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So entstanden die Townships in Südafrika

Ein Township – was ist das überhaupt? Der Duden bezeichnet es als „von Farbigen bewohnte städtische Siedlung in Südafrika“. Der Begriff Township ist untrennbar mit Südafrika verbunden und es ist nicht zu leugnen, dass ihm etwas Negatives anhaftet. Auch heute noch zeichnen sich die Townships durch Armut, Kriminalität und eine schlechte Entwicklung aus. Viele Organisationen helfen – so auch initiAID. Doch wie entstanden die Townships?

Ursprünge der südafrikanischen Townships

Schon in den 1920er Jahren zeichneten sich in Südafrika die ersten Züge der räumlichen Rassentrennung ab, die eines der Grundbausteine der südafrikanischen Apartheitspolitik war. Im „Native Urban Areas Act“ wurde 1923 festgelegt, dass die unterschiedlichen ethnischen Gruppen Südafrikas getrennt leben sollten – Land durften Weiße sowie Schwarze nur noch in den für sie vorgesehenen Gebieten erwerben.

Auch der Zuzug der schwarzen Landbevölkerung wurde reguliert – in die Stadt ziehen durfte nur, wer dort auch Arbeit hatte. In den Townships entstanden so Sammelunterkünfte für überwiegend Männer, die in der Stadt arbeiteten und ihre Familien auf dem Land versorgten. Die ersten Drogen- und Alkoholprobleme kamen auf.

Kapstadt in den 1950er Jahren

Die Apartheid in Kapstadt erlebte ihren Höhepunkt nach dem Sieg der Buren im Wahlkampf. Die für Weiße, Schwarze und Coloreds festgelegten Wohngebiete wurden zur Pflicht – wer im falschen Wohngebiet lebte, musste umziehen. Die Wohngebiete für die Schwarzen wurden systematisch am Stadtrand angelegt, die Bevölkerung dorthin oft zwangsumgesiedelt.

Eine der schlimmsten Tiefpunkte der Apartheidsherrschaft in Kapstadt ist die Räumung des District Six in den 60er und 70er Jahren. Der District Six wurde kurzfristig zu einem Wohngebiet für Weiße erklärt, rund 60.000 Bewohner wurden mit Gewalt gezwungen, auf die Cape Flats umzuziehen. Immerhin: Die Townships waren damals noch nicht die Slums, die man heute vielerorts kennt, sie waren einfache, jedoch gut geplante Siedlungen mit einer Infrastruktur.

Die Townships heute

Als das Apartheidregime in den 80er Jahren langsam begann, zu zerfallen, zog es die Landbevölkerung trotz des eigentlichen Verbots immer mehr in die Städte. Da die Townships nicht auf diese Bevölkerungsmenge ausgerichtet waren, begannen die Menschen, Wellblechhütten wild überall dorthin zu bauen, wo um die Townships herum Platz vorhanden war. Eine Infrastruktur mit fließend Wasser, Strom und einem Abwassersystem? Fehlanzeige! Die sogenannten „informal settlements“ breiteten sich rasant aus, vor allem mit dem Ende der Apartheid und der Auflösung der festen Besiedelungsstruktur des Landes.

Diese „informal settlements“, also illegale Wohnsiedlungen mit ihren „shacks“, den Wellblechhütten, prägen noch heute das Bild von Kapstadt und anderen südafrikanischen Großstädten. Die Infrastruktur in den Wohngebieten ist noch immer schlecht, die Arbeitslosigkeit ist hoch, da viele der Bewohner aus dem östlichen Teil Südafrikas ohne Arbeit in die Städte gezogen sind. Kriminalität und Alkohol- und Drogenmissbrauch sind große Probleme in den Townships, die von der Regierung bisher immer noch nicht genug angegangen werden. Und auch wenn es heute bereits Townships gibt, in denen die Menschen ein mittelständisches Leben haben, so leben doch die meisten Bewohner noch in Armut.

Freiwillige Organisationen helfen mit Bildungs- und Betreuungsprogrammen, um den Kindern in den Townships ein besseres Leben zu ermöglichen. Du möchtest auch helfen? Dann informiere dich über deine Möglichkeiten mit initiAID in Südafrika etwas zu verändern.

 

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